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[26. Juni 2013] Die zerbrochene Tonvase

Nach und nach werde ich hier einige meiner frühen Arbeiten posten, so dass der Weg (inhaltlich und formal) für "Nichteingeweihte" hin zur Retro Art sichtbarer wird.

Die zerbrochene Tonvase

Eine zerbrochene Tonvase inspirierte mich zu meinem nächsten Bild. Ich überlegte, ob es wohl möglich sei, die lasierende Arbeitsweise, z.B. Zurbaráns, mit in mein Bild einfließen zu lassen. Aus diesem Grund sparte ich die Vase beim Auftragen des farbigen zweiten, orangenen Untergrundes aus, so dass die Vase als einziges auf dem Bild weiß blieb. Danach rührte ich mit Schwarz und Krapplack die Abdeckfarbe an. An den etwas beleuchteten Stellen des fertigen Bildes verwendete ich mehr Malmittel, um die Farbe zu verlängern und um so die untere Farbschicht durchscheinen zu lassen. Erst zum Abschluss malte ich die zerbrochene Vasenöffnung und die umherliegenden Tonscherben nicht lasierend, sondern deckend. Das hat zur Wirkung, dass die Tonscherben aus dem Bild heraustreten oder davor stehen. Erst bei der näheren Betrachtung fällt die Vase im Bildmittelgrund auf, die zart beleuchtet und unterstützt durch einen Kalt-warm-Kontrast modelliert ist.

Gedanklich befasste ich mich bei diesem Bild mit der Scherbe der Erinnerung oder dem Fragment. So war es früher üblich, dass nach einem gemeinsam verbrachten netten Abend, am Ende jeder Gast ein Stück eines zerbrochenen Kruges oder einer Vase als „Scherbe der Erinnerung“ mit nach Hause nahm. Die enge Verbundenheit des Abends wurde gedanklich mit nach Hause genommen, und man konnte sich durch Betrachten der Tonscherbe die Vorgänge des Abends vergegenwärtigen. Selbst wenn jeder der Gäste nun irgendwo anders war, hatten sie doch ein Stück der symbolischen Gemeinsamkeit in Händen. Dieses Thema wurde in vielen Büchern und Filmen behandelt. Dabei waren es meistens nicht mehrere Bruchstücke eines Kruges, sondern eher Medaillonhälften, die bei Zusammenfügung eine magische Wirkung hatten. Auf diesem Wege konnten schon ganze Königreiche und Länder vor dem bösen Tyrannen bewahrt werden. Oder aber, zwei Liebende konnten sich nach zahlreichen bestandenen Abenteuern und Prüfungen endlich glücklich vereinen.

Die Tiefe des undefinierten Bildhintergrundes wird nur durch die Verkleinerung der einzelnen Scherben erzeugt. Ein sehr gelbes, fast heilig erscheinendes Licht betont die poetische Ruhe und Magie. Die Wirkung erreichte ich durch häufiges Auftragen lasierender Farbschichten.

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