Ralf Metzenmacher
Die Kunst
Collections
Aktuelles
Showrooms
Presse
Shop
Kontakt
Sie befinden sich hier >> Startseite >> Aktuelles
Aktuelle Meldungen

[02. Februar 2016] Männlichkeit - viel Rauch um Sex

Männlichkeit – viel Rauch um Sex …und ständig qualmt´s!

Männlichkeit drückt sich nicht nur durch äußerliche Attribute, sondern auch durch Handlungen aus, die teils rituellen Charakter haben. Dazu gehört das Rauchen, der Qualm und besonders das Genießen einer Zigarre. Wenn ich in Erinnerungen schwelge, sehe ich ältere Männer mit dicken Bäuchen vor mir, die im Zimmer meiner Großmutter die Luft mit ihrer Zigarre vernebeln. Es sind Bilder aus meiner Kindheit, die sich fest in mir verankert haben. Heute steht die Zigarre jedoch für die pure Männlichkeit und damit auch für junge Männer, die es geschafft haben. Wobei auch das eine Definitionssache ist. Denn was heißt: sie haben es geschafft? Was haben Sie geschafft? Was steckt dahinter? Was bedeutet diese Männlichkeit? Geht es um Anerkennung und Akzeptanz? Respekt und Wertschätzung einer Leistung? Oder eher um Statussymbole, Besitz - gar exorbitante Testosteronschübe, die über allem Stehen? Junge Männer, stehen doch gerade erst am Anfang – eigentlich paradox zu sagen, sie haben es geschafft. Doch am Ende noch mal mehr dazu. Der öffentliche Druck auf die Raucher wird immer größer, nicht nur für die Gattung der Männlichkeit. Die Nichtraucher wollen verständlicherweise geschützt werden, sodass die Raucher als Randgruppe einer Gesellschaft gezwungen werden, sich in ihre eigens dafür kreierten Räumen – die sogenannten „Humidore“ - zurück zu ziehen.

Meine Zigarre ist anders.

Mein Blick auf die Männlichkeit und ihre Zigarre Sie zieht sich nicht zurück. Sie ist aufrechtstehend gemalt und von einem mystischen Dunkel umhüllt. Die Beleuchtung der Szenerie gibt in modischen Farben einen Hinweis auf den aktuellen Zeitgeist und das Bewusstsein, sich etwas zu gönnen, was größer ist als die Angst vor der Gesundheitsschädigung. In vergangenen Zeiten und bei Naturvölkern gab es ein Ritual, bei dem der Großvater den Jüngling begleitet, während er in die Gemeinschaft der Männer - der Männlichkeit – aufgenommen wurde. Dieses Ritual fehlt in der heutigen Zeit, und somit bleibt der Jüngling wesentlich länger in der kindlichen Welt zurück und muss den Weg ins Erwachsenenleben selber finden. Das kann manchmal ziemlich lange dauern. So, dass nicht selten aus dem Jungen auch schon ein älterer Mann geworden ist. Diejenigen, die jedoch nicht warten wollen, begeben sich vorher auf die Reise. Auf ihre eigene Reise zur inneren Reife. Hermann Hesse sagte einmal: „Die Not der Jugend … hört mit der Jugend nicht auf, geht sie aber doch am meisten an. Es ist der Kampf um die Individualisierung, um das Entstehen einer Persönlichkeit.“

Symbolisch für diese Reife habe ich an der Zigarre eine Manschette in Form eines Penisrings gemalt. Er steht für eine bessere Durchblutung und darf die Lust des Mannes - seine Männlichkeit - verlängern. Ich spreche von der Erektionsdauer. Mit einem weiteren Augenzwinkern qualmt meine Zigarre an den Spitzen des Ringes und nicht etwa an der Glut,wie bei einer normalen Zigarre. Was ganz klar zeigen darf, dass nicht nur jüngere Männer Spaß am Sex haben können, sondern dass gerade auch die älteren Exemplare der Männlichkeit vielleicht sexuell aktiver sind, als so manch viel beschäftigter Jüngling, der es angeblich „geschafft“ hat!

Wir Älteren müssen uns nicht behaupten. Wir müssen uns nicht daran ergötzen, was wir geschafft oder erreicht haben. Das ist nicht der wahre Grund für die Existenz der Männlichkeit. Die gefühlte Realität ist vielmehr im Warum zu finden. Und diese wiederum kann nur jeder Mann von uns selbst definieren. Zum Glück!

Gerne auch mit einer genussvollen Zigarre in der Hand, wie einst die Männer mit ihren dicken Bäuchen im Zimmer meiner Großmutter! „Was du im Leben leistest, und zwar nicht als Künstler, sondern eben als Mensch, als Mann und Vater, Freund und Nachbar etc., das wird vom ewigen >>Sinn<< der Welt, von der ewigen Gerechtigkeit nicht nach irgendeinem festen Maß gemessen, sondern nach deinem einmaligen und persönlichen. Gott wird dich nicht fragen: ‚Bist du ein Hodler gewesen, oder ein Picasso, oder ein Pestalozzi oder Gotthelf?‘ Sondern er wird fragen: ‚Bist du auch wirklich der gewesen und geworden, zu dem du die Anlagen und Erbschaften mitbekommen hast?‘ Und da wird niemals ein Mensch ohne Scham oder Schrecken seines Lebens und seiner Irrwege gedenken, er wird höchstens sagen können: ‚Nein, ich bin es nicht geworden, aber ich habe es wenigstens nach Kräften versucht‘. Und wenn er das aufrichtig sagen kann, dann ist er gerechtfertigt und hat die Probe bestanden.“ (Hermann Hesse, Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne)

#Männlichkeit #Viel Rauch um Sex #retroart #metzenmacher

...zurück



Ralf Metzenmacher | Am Leinritt 9a 96049 Bamberg | Tel: +49 (0) 951 95 70 174 | eMail: info@ralf-metzenmacher.com | Impressum