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[13. März 2015] "Late Rembrandt" Ausstellung

Warum brachte Rembrandt seine Auftraggeber eigentlich gegen sich auf?

Ein gutes Beispiel für die Herangehensweise von Rembrandt an ein Thema ist die „Nachtwache“ aus dem Rijksmuseum in Amsterdam. Diese Erkenntnis kam mir bei meinem Besuch der Ausstellung „Late Rembrandt“ als ich die Versionen der anderen Maler im Vergleich dazu begutachten konnte. Als Beispiel zeige ich hier das Nachtwache-Motiv von einem ebenfalls sehr berühmten holländischen Maler Franz Hals. Dieser stellte die handelnden Personen, wie allgemein üblich, gleichberechtigt und damit gleich groß und gleich beleuchtet in Szene. Nur durch Details wie Kleidung, Orden und Waffen wurden die Unterschiede und Ränge verdeutlicht.

Rembrandt jedoch nahm sich die Freiheit nicht die Gleichheit darzustellen, sondern die Unterschiedlichkeit. Deshalb brauchte er auch statt eines rechteckigen Formats ein eher quadratisches, denn nur so konnte er die Dramatik der Darstellung erhöhen und die Unterschiede verdeutlichen. Das war natürlich ungeheuerlich. So ein Frevler. Malte er doch nicht die Verherrlichung der Gleichheit, sondern das eher der Natur entsprechende Gemälde zur Unterschiedlichkeit. Aus meiner Sicht malte Rembrandt die fehlende Perspektive eines chronischen Dualismus von Gleichheit und Unterschiedlichkeit.

Man muss sich das heute so vorstellen, als ob die deutsche Fussball-Weltmeister-Mannschaft von 2014 nicht wie üblich, als kniendes und stehendes, gleichberechtigtes Team dargestellt wird, sondern die Spieler Neuer, Schweinsteiger, Klose und Müller besonders groß und in einem besonderem Licht in den Vordergrund gerückt werden. Das wäre natürlich die Realität im Sinne von Wahrheit, würde aber bei den anderen Spielern zu entsetzen und einem Aufschrei der Empörung führen. Wie kann man nur!?

Rembrandts größte Leistung besteht - aus meiner bescheidenen Sicht - also nicht in technischen Details, sondern in der entscheidenen Rolle als Vordenker und Darsteller der unsichtbaren Realität. In diesem Fall der Unterschiedlichkeit.

Damit macht man sich bis heute nicht sonderlich beliebt, denn Unterschiedlichkeit ist von den meisten Menschen nur schwer zu ertragen, denn sie sehen sich stets als Gleiche von Gleichen. Das stimmt aber nicht, denn es gibt „Kleingeister“ und ergänzend dazu wenige große Geister, die dann auch noch den Qualitätsunterschied, der Natur entsprechend machen. Das muss man erst einmal ertragen...

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