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[18. April - 28. Mai 2013] Viva Retro - Gegen jeden Wahnsinn

Retro Art Ausstellung vom 18. April - 28. Mai 2013

Vernissage am 18. April 2013 um 19:00 Uhr

Vorträge: 8. Mai 2013, 17:00 Uhr "Retro Art" 23. Mai 2013, 17:00 Uhr "Kreativität"

Verlagsgebäude Fränkischer Tag der Mediengruppe Oberfranken, Gutenbergstr. 1, 96050 Bamberg

Das Interview: Herr Metzenmacher, schönen guten Morgen. Sie bezeichnen sich als Kosmopolit. Was genau verstehen Sie darunter?

Unter Kosmopolit verstehe ich eine autonome Person, die nach seinen bzw. ihren eigenen Werten und Überzeugungen handelt und dabei auch die verschiedenen Denkwelten anderer Regionen mit betrachtet. Zur Autonomie gehört es auch, dass man keine Zweifel und keine Angst hat. Sonst geht es nicht.

Nennen Sie doch bitte ein paar Beispiele...

Gerne. Ich selbst habe verschiedene Berufe und mit Menschen aus ganz verschiedenen Kulturkreisen zusammen gearbeitet. Meine Kolleginnen und Kollegen bzw. Mitarbeiter kamen aus China, Taiwan, Pakistan, Südamerika, den karibischen Inseln, Afrika, Skandinavien, Österreich, der Schweiz, aus England, Wales, Schottland, den USA, Deutschland und Franken.

Heute noch habe ich guten Kontakt zu Freunden aus meiner Schulzeit und ebenso zu Menschen in aller Welt. Durch diese Menschen habe ich andere Denkwelten kennen und schätzen gelernt. Andere Kulturen, andere Werte mitbekommen. Das war sehr bereichernd und Augen öffnend. Meine persönliche Perspektive wurde so mit der Zeit ständig erweitert und ich lernte sehr viel dazu. Dieses Wissen konnte ich dann prima in meine eigene Welt integrieren.

Zum Beispiel?

Na, ich spreche natürlich zuerst einmal mehrere Sprachen (Englisch, Spanisch, und ein bisschen Französisch) und verstehe sehr gut Holländisch und Dänisch. Ich bin halt viel rumgekommen und musste mit den Menschen vor Ort kommunizieren. Ich habe mich dazu stets bemüht, ein paar Brocken Chinesisch bzw. Urdur (Pakistan) zu lernen, um respektvoll und höflich mit den Menschen umgehen zu können.

Ich habe mehrere Bücher geschrieben, den damals schnellsten Ball der Bundesliga erfunden, Retro in die Sportwelt eingeführt und kenne das Gefühl, total arm oder auch mal wirklich reich zu sein. Sie könnten mit mir ein tiefsinniges Gespräch über die Kunst genauso führen wie über Design, moderne Musik und Sport. Ich könnte also in ihrem Feuilleton genauso stehen wie auf der Wirtschaftsseite bzw. dem Sport. Wenn Sie möchten, können wir uns auch gerne darüber unterhalten. Ich kann Ihnen Beispiele nennen, wo das Management verschiedener Unternehmen total versagt hat, und was ich „aus dem Stand heraus“ sofort wohl erfolgreich umkrempeln könnte. Mein Denken versuche ich schließlich nicht zu begrenzen, sondern stets etwas hinzu zu lernen.

Warum machen Sie dann keine Beratungen?

Ehrlich gesagt interessiert mich das nicht mehr. Ich habe Puma zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu einem richtigen Weltkonzern aufgebaut und bewiesen, was ich kann. Ich brauche das nicht noch einmal. Ich helfe lieber denen, die weniger Möglichkeiten besitzen, andere Horizonte zu entdecken. Heute geht es mir um Erkenntnisgewinn und Vermittlung. Ich habe mein Geld nicht dazu eingesetzt, um mein Vermögen zu vermehren, sondern um Wissen und Erkenntnisse zu erlangen.

Das ist aber komplett gegen alles, was normale Menschen so machen.

Das mag sein, aber ich unterscheide heute nach sinnvoll und sinnlos. Wie viel „Mehr an Mehr“ brauchen wir denn noch? Dieses ganze Äusserliche geht mir mächtig auf die Nerven. Mode und Schönheit sind doch nur für Einfältige. Ich weiß natürlich sehr genau, dass ich damit komplett gegen den Strom schwimme, aber das ist ja das Wesen der Autonomie. Man ist nur sich und seinem Gewissen gegenüber verpflichtet.

Steht das nicht im krassen Gegensatz zu Ihrem Wohnort Bamberg?

Ganz im Gegenteil. Auf den ersten Blick mag man den Eindruck der Provinz bekommen, aber in Wahrheit ist Bamberg der perfekte Ort für Romantik und Weltoffenheit. Ein Blick in die Geschichte lohnt sich an dieser Stelle und gerne können Sie mal ein paar Tage in meinem Atelier verbringen. Ich unterscheide auch zwischen der Stadt und den Menschen. Viele denken hier manchmal provinziell, aber mit denen habe ich sowieso nichts zu tun. Meine Freundinnen und Freunde haben entweder ein großes Herz oder einen großen Geist. Oft auch beides.

Ich habe in Bamberg 2004 mein Werk zur Retro Art erfunden, das die Gedanken des Stilllebens des Barock mit der Pop Art verbindet und, wenn man so will, damit die Geschichte des Stilllebens weiter geschrieben. Mit meinen Design-Kollektionen, die die moderne Form der Serien eines Warhols sind, knüpfe ich an die Pop Art an, schaffe aber neue, heute wichtige Perspektiven und Erkenntnisse für eine moderne Gesellschaft. Auch habe ich in Bamberg das erste „Singende Gemälde“ kreiert (in Zusammenarbeit mit einer deutschen Band), das Ihnen die Botschaft des Gemäldes in Rockmusik übersetzt. Ich habe meine Kleidung selbst kreiert, meine Fahrräder und mein Auto gestaltet, mein Atelier atmet den Geist der Freiheit. Also kurz: Bamberg ist der perfekte Ort für mich, wegweisende Dinge zu erfinden und zu kreieren.

Und was machen Sie gerade hauptberuflich? Malen, Designen, Philosophieren?

Ich bin gerade neben meiner Malerei dabei, mit Prof. Dr. Stephan Kaußen - einem Politikwissenschaftler, Journalisten und Komplizen im Geiste - ein Buch zu veröffentlichen mit dem Titel: „Denkanstöße aus anderer Perspektive - Malerei und Essays zum Zustand unserer Zeit.“ Dort habe ich meine Erkenntnisse der letzten 8 Jahre zusammengefasst und liefere wichtige Gegenentwürfe zu unserer heutigen „Copy und Paste“-Generation. Selber denken statt nachplappern, wenn man so will. Das halte ich für wichtig. Bildung besteht aus Wissen und Begreifen - und unsere Bildungspolitik fördert fatalerweise lediglich das Wissen. Das ist eine Einbahnstrasse. Und um die Probleme der heutigen modernen Gesellschaften zu lösen, bedarf es vor allem der Kategorie Weisheit. Das hört sich jetzt sehr tradiert an, ist aber genau das, worauf es ankommt. Da kommt dann Retro ins Spiel. Die wichtigen und richtigen Gedanken der Vergangenheit nicht einfach ignorieren, sondern ernst nehmen, sie mit den modernen Möglichkeiten und Herausforderungen kombinieren und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Ist das nicht eher Avantgarde?

Wenn Sie - in aller Bescheidenheit - große Vordenker und Humanisten wie Humboldt, Gandhi, Mandela oder auch heutzutage Udo Lindenberg in diesem Sinne als Avantgarde bezeichnen, dann bin ich es ganz hoffentlich wohl auch irgendwie ein bisschen. In der heutigen Zeit fehlt vielen der Mut zum Risiko, bewusst autonom, anders als der Mainstream zu sein. Was manchmal zuerst einmal auch unpopulär heißen mag. In der Kunst speziell fehlen mir diese Impulse und vielleicht kann ich ja den einen oder anderen Leuchtturm bauen. Das würde mir Spaß machen, so als Schreckgespenst gegen das Nachplappern und die Einfältigkeit. Mein großes Vorbild ist da tatsächlich Udo Lindenberg, der sagt: „Manche denken nach, wir denken vor!“ Zu diesem „Vor-Denk-Team“ gehöre ich dann wohl hoffentlich auch...

Vielen Dank für das Gespräch.

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