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[05. Dezember 2011] Der Forscher mit anderen Mitteln

Ralf Metzenmacher - der Forscher mit anderen Mitteln

Ich versuche Erkenntnisse sichtbar zu machen, sie zu bebildern und darüber hinaus in Worte zu fassen. Das Ergebnis ist im Idealfall eine gesellschaftlich relevante Ergänzung der Sozialwissenschaften im Sinne einer wohlmöglich noch nicht da gewesenen Kombination aus Gesellschaftsanalyse, Malerei und Philosophie. Unabhängig davon, wie die äussere Welt oder die Nachwelt auf mein Gesamtwerk schaut, bin ich von der Ernsthaftigkeit und der Relevanz meines Tuns überzeugt. Man mag fragen, was gerade mich - einen Designer und Maler - dazu befähigt, genau dieses Metier zu betreiben und in gewisser Weise regelrecht zu erfinden? Die ehrliche Antwort lautet hoffentlich fern von jeder Arroganz und Anmaßung, dass mir die Dimension meines Reflektierens und Schaffens erst über die Jahre auf dem zurückgelegten Weg bewusst geworden ist. Es wäre tatsächlich arrogant zu behaupten, ich hätte am Anfang dieses Weges die Dimension des folgenden Gesamtwerkes auch nur erahnt. Umso glücklicher bin ich über die entstandene Eigendynamik des Prozesses und vollkommen unabhängig von der externen Beurteilung über das entstandene Ergebnis.

Mark Twain: Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.

In diesem Zitat steckt quasi die Begründung für mein jahrelanges "Heranrobben" an den inneren Kern und die adäquate Formulierung. Ich musste nämlich diesen steinigen Weg mit immer neuen Kurven und Verästelungen gehen, um mich erstens selbst an den Kern der Erkenntnis und verschiedener Wahrheiten zu führen, und somit zweitens erst den Schlüssel in der Hand zu haben, Anderen gegenüber verständlich kommunizieren zu können. Der springende Punkt dieses Zitates ist mir selber in zum Teil schmerzlicher, immer wieder enttäuschender Form begegnet, nämlich trotz eigener fester Überzeugung auf taube Ohren gestoßen zu sein. Das Schöne an der Weiterentwicklung meiner Gedanken und Arbeit ist, dass mit der richtigen Wortwahl die Klarheit der Aussagen mit der Klarheit der Gemälde korrespondiert. In dieser Ergänzung liegt das hoffentlich relevante und wohlmöglich neuartige Gesamtwerk begründet. In der Kombination aus Gemälden und dazu passender Sprache liegt mein Werk begründet. Und anders könnte es ja auch gar nicht sein! Denn ich stehe nicht umsonst in der Tradition des Stilllebens.

Wodurch zeichnet sich das Stillleben aus? Durch bebilderte Symbolik! Jedes Gemälde sagt viel mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde, das gilt für die alten Meister ebenso wie für mich, den „Erfinder“ der Retro-Art im 21. Jahrhundert. Das Herausragende an meiner Ursprungsidee und meinem Schaffen ist die Bereitschaft, über eine neue Symbolik Bilder und Zusammenhänge zu erschaffen und im Idealfall für andere Menschen erkennbar und nachvollziehbar zu machen. Das ist beinahe vergleichbar mit der Erfindung einer neuen Sprache oder aber mit der Erfindung von so etwas wie einer Programmiersprache. Die zeichnet sich nämlich nicht dadurch aus, dass sie ausschließlich darauf zurück greift, Buchstaben in eine verständliche Reihenfolge zu setzen, sondern aus der Kombination aus erdachter und gemalter Symbolik sowie erklärender Sprache in Wort und Schrift. Daraus ergibt sich das Bahnbrechende. Man darf darauf hoffen, dass die alten Meister der Stilllebenmalerei ebenso stolz auf diese neue Form der Kunst wären.

Auch moderne Gesellschaftsanalytiker und Wissenschaftler, die die so verstandene Retro-Art nicht als Konkurrenz empfinden oder lapidar abtun, sondern als einen neuen Strang in das breite Spektrum der Wissenschaft aufnehmen, könnten die bebilderten Ergebnisse als wissenschaftlichen Beitrag anerkennen. Dazu müsste man sich allerdings in meine Denkweise hineinversetzen.

Die Ernsthaftigkeit meines Handelns und Tiefe meines Werks ist zu erkennen, wenn man die Stillleben betrachtet, die ich in meiner Studienzeit gemalt habe. Ich bin mir in gewisser Weise treu geblieben, über den „Umweg“ des Retro-Designs entstand die Retro-Art. Im Kern geht es immer um dasselbe Prinzip, nämlich das Spielen und Erklären mit Symbolik. In meiner Phase der industriellen Retro-Produktion im Hause Puma knüpfte ich erfolgreich an die Gedankenwelt und dazugehörige begeisterungsfähige Symbolik des Retro an, heute male ich im Retrostil meine eigene Symbolik.

In allen Dingen steckt etwas Gemeinsames, das auf den ersten Gedanken hin überraschend erscheint: nämlich die tief sitzende Sehnsucht der Menschen nach Romantik. Denn was gäbe es Schöneres und Romantischeres als Harmonie zwischen den Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit! Harmonie zwischen Mann und Frau und Harmonie zwischen ganzen Gesellschaften. Gerade deshalb fügt sich mein aktuelles Werk rund um „neue Heilige“ und eine mögliche Beendigung des Nah-Ost-Konflikts in meine Gedankenwelt. Frieden und Harmonie sind die übergeordneten Ziele, Konflikte und Konfrontation sind das reale Gegenteil. Ich bin in diesem Sinne ein skeptischer Phantast.

Meine gemalten Erkenntnisse aus den ersten beiden Zyklen münden in meinem Bild "Feuerbach 2008" - und es zeigt das Ergebnis unserer heutigen modernen Gesellschaftsanschauung: nämlich die gleich-gemachte-Individualisierung oder noch besser ausgedrückt die kollektive Individualisierung! Dabei wird deutlich, dass die Menschen durch die Gleichbehandlung ihre natürlichen Unterschiede und vor allem Stärken verlieren, mit dem Ergebnis, dass Mann und Frau sich trennen, statt zusammen zu kommen. Meine Forderung aus diesem Bild lautet daher auch, das Wort Gleichberechtigung durch das Wort Unterschiedlichkeitsberechtigung zu ergänzen. Das würde beiden Geschlechtern - aus meiner Sicht - am gerechtesten werden. Und würde sich prinzipiell eben auch auf ganze Gesellschaften übertragen lassen, die ja gerade oftmals deshalb rivalisieren, weil der Widerpart so unterschiedlich und deshalb eben in den eigenen Augen nicht gleichberechtigt ist. Diese Hürde zu überspringen, wäre die Lösung des Problems auf vielen Ebenen. Und ich habe mir erlaubt, sie sowohl für die individuelle als auch kollektive Ebene zu analysieren und zu malen. Oder besser gesagt symbolisch zu bebildern - in der Moderne und Tradition des Stilllebens zugleich…

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