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[21. Nov. 2011] Warum lebt Metzenmacher in Bamberg?

Aus Sehnsucht nach Romantik!

Hier ein Zitat aus dem Buch von Rüdiger Safranski, Romantik - eine deutsche Affäre, Seite 99:

"Im Sommer 1793 machten sich die Freunde auf, die Wirklichkeit ihres Traumes zu finden. Sie studierten in Erlangen und wanderten von dort aus nach Bamberg, Pommersfelden, Bayreuth und Nürnberg. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass es Tieck und Wackenroder waren, die in jenem Sommer dieses Franken mit mittelalterlichen Städten, Wäldern, Burgruinen, Residenzen und Bergwerken erstmals zum gelobten Land der deutschen Romantik verklärten. Damals in einer Mondnacht im fränkischen Bischofsgrün, erzählte der alte Tieck, ging ihm das Wunder der mondbeglänzten Zaubernacht auf, als die schwebenden Töne eines Waldhorns herüberklangen. Nürnberg mit seinen zahlreichen Türmen und hohen Giebeln sahen die Freunde wie ein vielmastiges, stolzes, aber gestrandetes Schiff vor sich in der Landschaft liegen. Das abendliche Turmblasen stimmte sie melancholisch. Tagsüber aber ergötzten sie sich an dem bunten Treiben in den engen Gassen zwischen den Fachwerkhäusern und auf den freien Plätzen. Sie fühlten sich wirklich in die Dürer-Zeit versetzt. Und dann im Kontrast zum würdevollen Ernst der alten Reichsstadt die heitere bischöfliche Residenz in Bamberg. Dass 'unter dem Krummstab gut leben ist', wie man damals sagte, wollten sie gerne glauben. Es ist eine katholische Welt, in der die jungen Mädchen sie an die Marienbilder in den Kirchen und Klöstern erinnern. Man ist hier fromm, aber auch sinnenfroh. Die religiösen Kulte und Kirchenfeste entfalten immer noch barocke, farbenfrohe Pracht. Selbst die Leichenzüge bieten ein pittoreskes Bild: Eine Totenfrau ruft in den hallenden Gassen den Namen der Verstorbenen aus. Das Volk strömt zusammen, die jungen Mädchen in dunkle Trachten gekleidet mit riesigen Haubenschleifen. Wenn der Wind an ihnen zerrt, sehen sie aus wie große unruhige Vögel. In dem autobiografisch gefärbten, Jahrzehnte später geschriebenen Roman 'Der junge Tischler' erinnert sich Tieck an seine Eindrücke in dieser Stadt und deutet indirekt an, weshalb die katholische Welt für ihn immer etwas anziehendes behalten hat."

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