Ralf Metzenmacher
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[22. Oktober 2011] Das goldene Tor

Titel: Das goldene Tor, Größe: 120 cm x 200 cm, Öl auf Leinwand

Die Story: (Text Ralf Metzenmacher und Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Tor_(Jerusalem))

Bei meiner Recherche-Reise 2007 in den Nahen Osten war ich natürlich auch in Jerusalem und habe mich dort vor Ort umgeschaut. Das bunte Treiben in den engen Gassen, die famosen Auslagen der Händler und die Mischung der verschiedenen Kulturen und Menschen haben mich fasziniert. So bin ich auf der Via Dolorosa den Weg Jesu mit dem Kreuz zur Grabeskirche gegangen, habe mich in arabischen Cafés mit den Menschen unterhalten, so gut es ging, - und versucht das Wesen der Stadt zu erkennen.  In meiner alten Heimatstadt Aachen hängt im dortigen Dom der sogenannte „Barbarossa-Leuchter “, der die heilige Stadt Jerusalem mit ihren damaligen Stadttoren zeigt. Der hatte mich schon immer beeindruckt und als kleiner Junge habe ich oft davon geträumt, mir diese Tore einmal selber anzuschauen. Nun war es also soweit, und ich bin dabei auf ein ganz besonderes Tor getroffen: Das goldene Tor. Die Geschichte dieses Tores hat mich sofort in ihren Bann gezogen und mir wurde bewusst, dass es eine inhaltliche Verbindung dieses zugemauerten bzw. versiegelten Tores zu unseren heutigen Wirklichkeit gibt. Im Grunde genommen ist der Zugang eines Tores ja nicht nur für die Menschen, die hinein wollen, verschlossen, sondern auch für die Menschen, die hinaus wollen! Diese Perspektive des sowohl Innen als auch Aussen haben mich bewegt, mein eigenes Bild dazu zu machen. Die moderne Mauer mit ihren Wachtürmen hat ja genau dieselbe Funktion, wie die unter Süleyman errichtete: sie verhindert die Kommunikation und den Austausch der Bevölkerung - und jeder der ausschliesst, schliesst sich selber ein.

Für die Anerkennung des Mitleidens aber ist genau dieser Austausch wichtig. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Das Gegenteil passiert hier an diesem Tor: Weil es kein Mitleid gibt, bleibt das Leid auf beiden Seiten gleich stark. Wenn Leid und Leid zusammenkommen, dann führt das zu einer Potenz des Leidens und zum Konflikt. Die Zwischenstufe Mitleid ist aber möglich. Es geht ja um Landteilung. Die Teilung des Landes geht nur über die Teilung des Leides. Die Mauer ist das Symbol für das fehlende Mitleid. Das Gegenteil von geteiltem Leid ist in Konsequenz ein geteiltes Land. Das kann aber eigentlich nicht das Ziel sein. Die Kirchen im Nahen Osten reden dabei immer nur über ihr eigenes Leid und thematisieren nur ihre eigene Perspektive. Diese kann von der anderen Seite aber nicht so gesehen werden. Balance von Leid und Mitleid würde zu Empathie und vielleicht einmal zur Harmonie führen. Das wäre das erste Ziel der Entspannungspolitik, denn das Warten auf den Messias macht keinen Sinn - und die Menschen sollten versuchen, ihr Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Hier ist der Text aus Wikipedia dazu: Das Goldene Tor (hebr. ‏שער הרחמים‎ Scha'ar harachamim "Tor des Erbarmens", arabisch: Bab al-Dhahabi) ist eines der acht Tore in die Altstadt von Jerusalem. Das Tor befindet sich im östlichen Teil der Stadtmauer, südlich des Löwentors. Es ist das einzige Tor in der Stadtmauer, das direkt auf den Tempelberg führt. Die reich ornamentierte Archivolte geht auf den oströmischen Kaiser Herakleios zurück, anlässlich dessen Rückführung des Heiligen Kreuzes (630) in die von den Sassaniden zurückeroberte Stadt das Doppelportal als Triumphtor gestaltet wurde.

Möglicherweise befand sich hier ursprünglich das herodianische Tor, durch das in den Tagen, als der Tempel noch stand, am Versöhnungsfest der Sündenbock getrieben wurde, der sinnbildlich die Sünden des Volkes trug. In der christlichen Überlieferung betrat Jesus von Nazaret als „Messias“ durch dieses Tor Jerusalem, bevor die Stadt 70 nach Chr. zerstört wurde. In der Kreuzfahrerzeit wurde das Goldene Tor nur zweimal im Jahr geöffnet: für eine feierliche Prozession am Palmsonntag und am Fest der Kreuzerhöhung. 1537-1541 erfolgte der Wiederaufbau unter dem türkischen Herrscher Süleyman der Prächtige. Da dieser sich dabei an den Grundmauern der antiken Stadtmauer orientierte, wurden Stück für Stück auch die Stadttore wieder errichtet. Das Goldene Tor wurde gleich nach dem Wiederaufbau auf Geheiß von Süleyman zugemauert und versiegelt.

Die Versiegelung des Tores wird häufig so interpretiert, dass Süleyman dadurch die Ankunft des Gottes der Juden habe verhindern wollen, denn nach jüdischem Glauben soll der Messias (hebräisch Maschiach) am „Ende aller Tage“ hier in die Stadt einziehen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Osmanen es nach dem Ende der Kreuzfahrerzeit schlossen, um „Ungläubigen“ den Zugang zum Tempelberg zu verwehren. Ein Friedhof an der Mauer soll - so wird oft vermutet - jüdische Priester abschrecken. Süleyman und seine Zeitgenossen hätten gehofft, das Kommen des „Messias" so zu verhindern. Nach der jüdischen Überlieferung wird die Bezeichnung Scha'ar harachamim "Tor des Erbarmens" darauf zurückgeführt, dass die Schechina (göttliche Gegenwart) durch dieses Tor auf den Tempelberg emporgestiegen sei. Hesekiel 44, 1–3 wird teilweise so interpretiert, dass die Herrlichkeit Gottes durch das östliche Tor in den Tempel kam und das Tor nun bis zur Ankunft des Messias verschlossen bleibt.

Hier geht es zur kompletten Serie:

http://retro-art.org/die_themen_04.php


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