Ralf Metzenmacher
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[05. Juli 2011] Das flammende Herz - so war's!

"Ich werde hier zugeschüttet mit Lob" - Zitat Dr. Schneeberger/Galerist

Wer mehr wissen möchte, findet die Eröffnungsrede von Michael Rickert hier:

Es dürfte mich wundern, wenn Sie nach meinen Worten mehr über diesen Künstler Ralf Metzenmacher wüssten. Mir selbst, der ich ja nun diese Zeilen schreibe und versuche, in die Sache einzudringen, bleiben mehr Rätsel, als die Erleuchtung zu erlangen.

Gut, gehen wir einmal davon aus, dass es nicht so sehr an mir liegt, sondern an Ralf Metzenmacher. Wobei wir nun beim Thema wären.

Ein naheliegender Einstieg in dieses Rätsel Metzenmacher geht über das Thema: „Design“.

Design ist in die Form gebrachte Funktion. Dass beispielsweise eine Funktion „Rasierer“, zumal ein elektrischer, eine Form braucht, lässt sich gut nachvollziehen. Rasieren würde sonst ganz schön schwierig.

Eine Funktion „Mobilität“ ist da komplexer. Grenzen wir einmal die Funktion Mobilität auf den vierrädrigen Untersatz ein, sprich Auto, dann kommen wir der Sache, sprich: der Problematik ein wenig näher.

Die deutsche Autoindustrie ist weltweit die erfolgreichste, kann man mit einigem Recht behaupten. Dass deutsche Autos technisch klasse sind, ist unbestreitbar, technologisch ist zumindest Toyota mit seiner Nobel-Marke Lexus weiter. Vergleicht man nun das Image dieses Toyota-Lexus mit dem von, sagen wir einmal Mercedes Benz, dann wird deutlich, dass gemessen an Kaufentscheidungen weltweit Mercedes da deutlich erfolgreicher positioniert ist. An der Technik kann es nicht liegen, es muss also das Design sein.

Design muss authentisch sein. Vergleichen wir einmal Mercedesse miteinander, und zwar unter dem Aspekt „Image“: Den Adenauer-Mercedes der Fünfziger Jahre mit dem im gleichen Segment liegenden Kohl-Mercedes der Neunziger Jahre. Bazon Brock, Uralt-Kämpfer für die Ästhetik, nannte letzteren einmal „Design-Monster“, was er ja auch in seiner Fettheit und Behäbigkeit war und ist. Der eine ist authentisch, der andere voller aufgeplusterter, behäbiger Masse.

Der erste hat bis heute „Image“, der letztere ist proll geblieben.

Sie wissen, worauf ich hinaus will:

Ralf Metzenmacher war in den Neunziger Jahren Designer, nicht irgendeiner, sondern in verantwortlichem Auftrag beim Sportartikelhersteller Puma tätig. Puma lag, bis Metzenmacher sein Design entwickelte, hoffnungslos hinter seinen Konkurrenten zurück, galt als piefke, hausbacken, veraltet, hatte kein Image mehr in der jugendlichen, marktrelevanten Klientel.

Ralf Metzenmacher verpasste Puma das authentische Image. Es gab ja in der Vergangenheit – d.h. vor Metzenmacher - Produkte von Puma, die höchst erfolgreich in eben dieser Vergangenheit am Markt waren. Metzenmacher machte genau diese – authentische – Vergangenheit zum Thema seines Designs: Retro-Design. Was heißt, er griff auf die alten Vorlagen zurück und modifizierte sie auf den technischen Stand der Neunziger Jahre. Das war´s! Pumas Umsätze knallten nach oben, Puma hatte das für die jungen Käufer authentische Image. Und Ralf Metzenmacher war der Retro-Designer. Den im übrigen Viele dann nachmachten, wie man sich vorstellen kann.

Clonen gab es schon vor China.

Es gab sicherlich irgendwann einmal einen wie auch immer gearteten Punkt, an dem für sich selbst Ralf Metzenmacher feststellte, kein Designer mehr zu sein sondern Künstler.

Er schweigt sich darüber aus.

Was uns hier in der Ausstellung ins Auge fällt, und das sofort, ist, dass offensichtlich nach einem Konzept gearbeitet wird. Alles hat einen einheitlichen Duktus, ohne dass die Bilder selbst einen Duktus hätten: Sie sind strukturlos.

Bilder ohne Strukturen verraten wenig über die Emotionen beim Malen, eigentlich machen sie so deutlich, dass Emotionalität beim Malen nicht stattfindet. Wenn dem so ist, und hier zudem – wie oben behauptet – ein Konzept vorliegt, heißt das, der Künstler Metzenmacher verzichtet grundsätzlich auf Emotionen in seinen Bildern.

Der erste Widerspruch: „Das flammende Herz“ ist der Titel dieser Ausstellung. Gibt es – inhaltlich gesehen – einen emotionaleren Titel? Das Rot auf dem gleichnamigen Gemälde ist ebenso effekthascherisch im Farbe-an-sich-Kontrast wie emotional berührend: Es schreit regelrecht nach Beachtung.

Dieser für die Moderne so typische Kontrast mit seinem intensiven, ja leuchtenden Farbgebrauch zieht sich wie ein bunter Leitfaden durch Metzenmachers Oeuvre. Er ist ganz offensichtlich das bestimmende Element seines Machens. Denn die inhaltlichen Welten in seinen Bildern sind fast formenarm, sehr reduziert; man könnte allerdings auch sagen: konzentriert in den Formen, vielleicht sogar verdichtet.

Metzenmachers Kunst ist seriell. Bilder ein und des selben Gegenstandes wiederholen sich formal, werden auch in häufigen Variationen farbig variiert. Es entstehen Bilderfolgen in ein und dem selben Thema.

Machen wir es an einem Beispiel fest: Metzenmacher nennt es „Thema“. In diesem Thema „Der Herr der Krone“ sind 12 Motive zu finden. Wählen wir das erste Motiv mit Titel „Das 500er Möhrchen“ erscheint dort ein liegendes Pin Up, das sich gerade den Slip abstreift. Ein Typenschild, was man eigentlich z.B. auf Motoren finden kann, ist auf den oberen Teil der Hüfte geklebt, vor ihm liegt ein Schraubendreher mit Schraube auf dem Bett. Das Pin Up fixiert den Betrachter mit aufgerissenen Augen. Es ist ein extremes, recht großes Querformat, somit eigentlich ein narratives, ein erzählendes Format (75 x 200cm). Von links nach rechts gelesen – das muss man in solchen Bildern – müsste das Pin Up sich eigentlich den Slip wieder hochziehen.

Der zweite Widerspruch tut sich auf:

In einem Info gibt es eine „Geschichte“ zu dem Bild, keine kleine, nein sie besteht aus 752 Wörtern. Wer so viel schreibt, wer sich mit einem Text so viel Arbeit macht und damit Zeit investiert, muss es wohl ganz bewusst tun. Der Inhalt der „Geschichte“ erzählt von dem, was Männer an Frauen so alles finden, ich meine natürlich an angenehmen Seiten! In aller Ausführlichkeit wird da auch das Problematische an Beziehungen zwischen Männern und Frauen berichtet, sozusagen: über dieses und das. Dinge, die dort zu sehen sind, werden erklärt – oder auch nicht.

Die Darstellung des Pin Ups lässt sich in drei Variationen in den Kontrasten: Rot-Grün, Blau-Orange und Gelb-Violett variieren. Wer in der Schule gut aufgepasst hat, weiß: Das sind die drei Komplementär-Kontraste. Allerdings sind die metzenmacherischen Farbbezeichnungen im Bildkommentar doch andere, ich zitiere hier ihn aus seinem Text zur Farbbezeichnung zum von mir als Gelb-Violett bezeichneten Kontrast :Er nennt die Farben „Sparkling Grape/Golden Haze“. In meiner Primitivübersetzung heißt das auf Deutsch: „glitzernde Weintraube/goldener Nebel“.

Ich muss hier vielleicht doch einmal eine Frage stellen. Sie lautet: „Hä?“

Hier haben wir es ganz deutlich mit einer äußerst plakativen Darstellung einer Frau in ihrer Funktion als Werbe-Ikone zu tun – auf der einen Seite - , auf der anderen Seite mit einem Text, der fast schon lyrisch die Frau als Wesen und in ihrem Verhältnis zum Mann beschreibt.

Dieser zweite scheinbare Widerspruch zwischen Bild und selbst verfasstem Text macht uns die Position Metzenmachers als Künstler mehr als deutlich:

Es ist maschinell hergestellte, multiple Kunst. Metzenmacher zeigt uns wohl vertraute, eher simple Gegenstandswelten, er verwendet plakative, sehr grelle Farben, er verfasst fast schon als Ideologie aufzufassende Texte, deren Zugang er erschwert durch die Ausführlichkeit und die Stilismen; er stilisiert auch seine Kunst – fast schon in die Nähe von Künstlichkeit, er stilisiert sich mit all dem, was er trägt, was er besitzt und ihn umgibt.

Ralf Metzenmacher betrachtet sich als Pop Artist, ähnlich wie sich Andy Warhol einmal selbst sah und stilisierte. Wie Warhol schafft er seine eigene Marke, indem er es so in seinen Bildern tut, wie er es tut, nämlich ähnlich der Factory damals werden seine Kunstwerke maschinell gefertigt. Er zieht damit das anfangs als für gutes Design unerlässliche Kriterium: Authentizität ganz eng um sich und seine Kunst, er macht in Allem die „Marke: „Metzenmacher“, so glasklar und authentisch, wie er das Typenschild auf dieses Pin Up setzt.

Image im Image.

Und er bleibt sich treu: Der Pop ist lange tot, selbst wenn der eine oder andere von damals noch lebt und malt. Metzenmacher macht es, wie er es immer macht:

Metzenmacher macht den „Retro-Pop“!

Also mein Rat: Lassen Sie sich nicht verwirren, sehen Sie, was zu sehen ist! Und der zweite: Passen Sie auf: Ralf Metzenmacher ist Rheinländer und lebt in Franken! Und der letzte: Sie dürfen dem rheinischen Humor durchaus mit dem westfälischen Humor begegnen! Michael Rickert 2011

http://www.galerie-schneeberger.de


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