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[18. Januar 2011] Von der Gleichberechtigung zur Unterschiedlichkeitsberechtigung

Von Anselm Feuerbachs (1829 - 1880) Ricordo di Tivoli zu Metzenmachers Feuerbach 2008

Originaltext vom Audio-Guide der Alten Nationalgalerie in Berlin:

Dort fällt ein Wasserfall aus großer Höhe auf einen geheimnisvoll, grün schimmernden See hernieder. Ein klassisches Thema für ein Genre-Bild möchte man meinen. Aber sehr schnell wird deutlich, dass Anselm Feuerbach mit Ricordo di Tivoli, mit der Erinnerung an den Wasserfall von Tivoli, etwas anders im Sinn hatte als die Abbildung einer kindlich, naturverbundenen Idylle. Zu deutlich stilisiert der Künstler das Idyll. Zu fremd und verschlossen bleiben uns die Kinder.

Als Erstes fällt auf, dass die beiden in entgegengesetzte Richtungen blicken. Der Junge schaut zu Boden. Das Mädchen hingegen mit leicht erhobenem Kopf zum Himmel. Mit ihrem Blick öffnet sich der obere Bereich zum hellen Himmel, wohingegen der untere Bereich ganz von der grün-braunen Pflanzenwelt beherrscht bleibt. Getrennt werden die Bereiche durch eine Diagonale, die von der linken oberen zur rechten unteren Bildecke verläuft. Das Mädchen sitzt genau darüber, der Junge knapp darunter. Feuerbach zeigt das Mädchen mit dem Himmel verbunden. Es symbolisiert das Element der Luft, das Element des Geistes. Der Junge hingegen ist ganz vom Irdischen umfangen, auch die Kleidung unterstreicht diesen Gegensatz. Das Mädchen trägt Rock und Bluse - Zeichen der Zivilisation, die das Weiß-Blau des Himmels spiegeln. Der Körper des Jungen hingegen ist nur leicht von einem erdfarbenen Tuch bedeckt. Was Geist und Natur, Mädchen und Jungen miteinander verbindet ist, so kann man Feuerbachs Gedankenmalerei interpretieren: die Musik. Im Musizieren finden die beiden entgegengesetzten Elemente zum harmonischen Einklang.'

Metzenmacher: „Und somit zur Harmonie der Unterschiede. Ich habe mich von dieser Idee inspirieren lassen. Immerhin von einem großen Meister, seinem Werk und Grundgedanken dazu, diesen habe ich aufgenommen und ins Heute übersetzt. Feuerbach hat damals schon das Kommunikationsproblem und die Unterschiedlichkeit im Wesen von Mann und Frau erkannt. Er hatte begriffen, dass ein weiteres Element nötig ist, diese Unterschiede zu überwinden, nämlich die Musik. In einer individualisierten Welt von heute glauben die meisten Menschen, dieses Problem überwunden zu haben. Dem ist aber nicht so - und wir sind heute nicht modern im Sinne von weiterentwickelt, sondern stehen genau an derselben Stelle, wie Feuerbach damals schon erkannt hat. Erst muss man sich aber dessen bewusst werden und darüber nachdenken, denn das Denken beeinflusst unser Handeln. Und wir denken immer nur im Sinne von Gleichmacherei/berechtigung. Niemand nimmt sich mehr Zeit, das fundamentale Problem zu lösen, weil es ja nicht erkannt wird. Das führt unbewusst zu einer Kommunikationshürde, die so dann nicht mehr überwunden werden kann. Deshalb sollte das Wort Gleichberechtigung auch in 'Unterschiedlichkeitsberechtigung' geändert werden, denn Gleichberechtigung führt eher zur Unbalance oder lediglich zu einer Verschiebung von Macht - und nicht zum eigentlichen Ziel: der Harmonie. Wenn man Harmonie zwischen den Geschlechtern möchte, muss man die Unterschiede entsprechend der Natur berücksichtigen. Das muss schon und gerade in unseren Schulen gelehrt werden, denn nur wenn man sich des Problems bewusst ist, kann man etwas dagegen unternehmen. Dazu braucht man aber das Verständnis für die Unterschiedlichkeit.“

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