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[12. Juni 2010] Meine WM Erinnerungen

Fussball WM 1974 - ich war noch keine 10 Jahre alt und hatte erst mit 8 Jahren angefangen in meinem damaligen Verein Borussia Brand Fussball zu spielen. Obwohl ich mich für ein großes Sturmtalent hielt stellte mich mein damaliger Trainer immer nur in der Verteidigung auf. Dort konnte ich leider nicht so viele Tore schießen, wie ich eigentlich wollte. Auf jeden Fall war ich nicht nur brennender Fussballspieler, sondern auch genauso großer Fan. Deshalb besorgte ich mir nach Möglichkeit immer die kleinen, bunten Sammelbilder für mein Klebeheft. Meine großen Vorbilder waren Uli Hoeness, Gerd Müller und natürlich Franz Beckenbauer, die ich bei einem Freundschaftsspiel auf dem Aachener Tivoli sogar einmal live erleben durfte. Seit diesem Auftritt von Bayern München gegen die Aachener Alemannia war ich vom Bayern-Virus infiziert, der mich die nächsten 35 Jahre auch nicht mehr loslassen sollte.

Aber zurück zur WM in Deutschland: Damals hatte meine Familie noch keinen eigenen Fernseher und so bin ich zusammen mit meinen Eltern und Geschwistern zu unseren Nachbarn gegangen, um dort das eine oder andere Spiel der deutschen Nationalmannschaft zu sehen. Mit meinem Nachbarsfreund Stephan hatte ich sogar eine Wette auf die deutsche Mannschaft abgeschlossen und fieberte nun bei jedem Torschuss mit. Den ersten kleineren emotionalen Rückschlag erlebte ich, als die damalige DDR-Mannschaft unser eigenes Team überraschend mit 1:0 bezwang. Das war zwar irgendwie verdient, aber das Gefühl der Unbesiegbarkeit war seit dem verflogen und jedes weitere Spiel wurde zur echten 'Mitfieber-Zitterpartie'. Am schlimmsten gezittert habe ich dann im Finale gegen die Holländer. Ich war schon vor dem Anpfiff total aufgeregt und hibbelig. Nachdem die Holländer einen Elfmeter zugesprochen bekamen, bin ich wild schimpfend aus dem Haus gerannt und habe mit meinem Fussball minutenlang gegen die Wand in unserem Garten geschossen. Mann, war ich sauer. Meine Eltern lachten mich nur aus und meinten, ich solle ruhig Luft ablassen. Nach einiger Zeit bin ich dann beim Stande von 1:0 für Holland wieder vor den Fernseher und habe mit beiden Daumen so fest gedrückt, dass meine deutsche Mannschaft es doch bitte noch schaffen möge. Und tatsächlich, es ist am Ende doch noch gut ausgegangen und ich konnte zum ersten Mal eine deutsche Mannschaft mit dem Pokal der Weltmeisterschaft im Fernsehen bewundern. Im Anschluss an das Finale von 1974 bin ich sofort mit meinem Freund in den Garten gestürmt und habe die jeweiligen Szenen nachgespielt. Das war sehr lustig, denn auch dort habe wir, die Deutschen, immer gewonnen.

Durch die Weltmeisterschaft herrschte damals ein regelrechter Fussballboom und viele andere Jungens haben sich meinem Heimatverein angeschlossen. Mädchen, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, gab es damals im Fussballverein noch nicht. In der Nachbetrachtung glaube ich, dass das Erleben dieser starken Gefühlsschwankungen von tieftraurig bis himmelhoch-jauchzend, meinen weiteren Lebensweg bestimmt haben. Denn Langeweile und Gleichmäßigkeit wollte ich seit dem nicht mehr und habe mich stets für den spannenderen Weg im Leben entschlossen. Und das war gut so.

http://www.borussia-brand.com

Fotos: Internet, Auftaktfoto:

www.thorstenwingenfelder.de



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