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[21. Nov. 2008] Farewell And Goodbye – Tour 2008

Fury In The Slaughterhouse - DVD Veröffentlicht: 21.11.2008 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Es ist schon ein seltsames Gefühl, diese DVD in Händen zu halten. Da liegt viel Wehmut drin, wenn eine Band, die meine Lebensgeschichte gut 21 Jahre lang durch viele Höhen und Tiefen begleitet hat, plötzlich zum Abschied bläst. Anfang der 90er waren die Gastspiele der Furies Konzerte in meinem Terminplan, die eine ganz besondere Magie hatten. So reiste ich zu allen Spielstätten im Raum Trier-Saarbrücken, um die Hits vom weißen Debüt sowie den Alben „Jau“ und „Hookahey“ immer wieder live zu erleben. Auch „Mono“ und „The Hearing And The Sence Of Balance“ zählen noch heute zu meinen All-time-favourites. Klar verliert man eine Band dann auch mal wieder aus dem Blick. Die neueren Outputs kenne ich kaum – doch die Ankündigung der „letzten Tour“ ließ mich aufschrecken. Kann das sein? Hören die wirklich auf? Das Konzert Ende Juli im Trierer Amphitheater ist zweifelsohne mein Konzerthighlight 2008. Und ich wäre auch noch nach Hannover gereist, wenn es Zeit- und Urlaubsplanung zugelassen hätten.

Eine nette Sache war bei dieser Gelegenheit schon die Zusammenarbeit mit dem Anbieter di-rec, der alle Gigs der Abschiedstour zeitnah zum kostenpflichtigen Download anbot. Daher rotiert die Aufnahme des definitiv letzten Auftritts am 30. August 2008 im (natürlich ausverkauften) hannoverschen Gilde-Park auch schon seit Wochen in meinem Player. Und es macht einen Riesenspaß, die alten Hits nochmal zu hören. Die Konzerte hätten in dieser Form auch Mitte der 90er stattfinden können, da vor allem die Hits der ersten fünf Alben gespielt wurden. Eine Tatsache, die vielleicht den Die-hard-Fans der letzten Stunde sauer aufstößt, die auf mich aber alles andere als störend wirkt.

Nun gesellt sich also zu dem legalen Download die ordentliche Abschlusspackung: DVD, Doppel-CD oder ein Deluxe-Package mit Hardcover-Booklet und beiden Versionen drin. Was die Aufarbeitung ihrer musikalischen Vergangenheit betrifft, gingen die Furies kurz vor ihrer Auflösung sowieso in die vollen. Zum nahenden Ende gab es die CD/DVD-Compilation „Don’t Look Back“, dann eine Neuauflage der 90er Videos im DVD-Format und ein Hörbuch, das die Geschichte von 21 Jahren Fury in the Slaughterhouse mit dem vielsagenden Untertitel „Von Hannover nach Amerika und zurück“ erzählt. Auch wenn der Geldbeutel dadurch schon gelitten hat – das Beste kommt zum Schluss. Wer will schon die DVD mit dem Abschlusskonzert missen?

Die besondere Atmosphäre ist greifbar – sowohl unter den Bandmitgliedern als auch unter den Zuschauern. Es gibt eine Reihe von Momenten, in denen Kai und Thorsten Wingenfelder die bedeutende Emotionalität des Augenblicks ins Gesicht geschrieben steht. Und selbst Christof Stein-Schneider, der sonst nie um einen dummen Spruch verlegen ist, hält sich diesmal relativ dezent zurück. Das Raabs Langzeit-Azubi Elton mit „Zwei Pullen Korn“ nervtötende Comedy-Elemente mit ins Spiel bringt, will ich mal nicht weiter kommentieren. Es gibt ja die Skip-Taste.

Ansonsten ist die Setlist zum Dahinschmelzen. Wo soll ich anfangen? Am besten setze ich sie komplett ans Ende der Review. Meine persönlichen Höhepunkte: Das Triple „Radio Orchid“, „Jericho“ und „Then She Said“, außerdem zwei der genialsten Balladen aller Zeiten mit „Trapped Today, Trapped Tomorrow“ und „Time To Wonder“ – und natürlich der Song, bei dem kein Auge trocken bleiben kann, weil er die Größe des Augenblicks am besten beschreibt: „Won’t Forget These Days“. Klischee hin oder her. Gibt es ein Lied, das in Deutschland mehr Abschiede begleitet hat? Das mehr Schulfeste, Azubi-Feten, Zivi-Abende zu unvergesslichen Ereignissen gemacht und sich in das kollektive Gedächtnis von Generationen Jugendlicher und junger Erwachsener eingebrannt hat? Wenn nach 150 Minuten als letzter Song „Seconds To Fall“ erklingt, muss ich mehr als ein Tränchen verdrücken. Und es stört mich nicht.

Ein kleiner Schritt zurück – der auch ein Schritt in die Zukunft ist: Mein Lieblingslied dieser Tour ist keins der genannten Stücke, sondern das von Thorsten Wingenfelder vorgetragene „Haunted Head And Heart“. Das Motiv dieses Stückes wird von selbigem auf seinem deutschen Soloalbum „360° Heimat“ wieder aufgenommen – einem der besten deutschsprachigen Alben, die ich seit vielen Jahren gehört habe. Es gibt also noch Hoffnung für die Zukunft – und ich hoffe, dass sich der gute Thorsten nicht zu sehr auf seine Karriere als Fotograf konzentriert, sondern noch weitere musikalische Kostbarkeiten in petto hat.

Fürs Erste bleibt uns Alleingelassenen also diese wunderschöne DVD, die auch in Sachen Bild- und Tonqualität keine Wünsche offen lässt. Ich maule jetzt nicht über die fehlenden Extras, sondern vergebe einfach 9 Punkte. Was muss, das muss.

Tracklisting: „Farewell & Goodbye“ DVD

01. Cut Myself Into Pieces

02. Hang The DJ

03. Hello And Goodbye

04. Radio Orchid

05. Jericho

06. Then She Said

07. Dancing In The Sunshine Of The Dark

08. Should Have Known Better

09. One Good Reason

10. Bring Me Home

11. On Alarm

12. Are You Real

13. Every Generation Got Its Own Disease

14. Trapped Today, Trapped Tomorrow

15. Haunted Head And Heart

16. Zwei Pullen Korn feat. Elton

17. Cry It Out

18. Milk And Honey

19. When I'm Dead And Gone

20. Time To Wonder

21. Kiss The Judas

22. Kick It Out

23. Won't Forget These Days

24. Riding On A Dead Horse

25. Dead Before I Was Born

26. Down There

27. Seconds To Fall

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