Die Geschichte:
Männer und Möhrchen. Schöne Frauen sind für Männer fast immer unwiderstehlich. Ich behaupte sogar, dass es
nahezu unmöglich ist dem Angebot einer wunderschönen Frau zu widerstehen. Ich kenne nur ganz Wenige, die der
Verführung einer schönen Frau nicht erliegen, sofern sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Bei der
Beschreibung von Schönheitsattributen von Frauen benutzt der Mann oft Bezeichnungen aus völlig anderen
Bereichen, um deutlich zu machen was er damit in Bezug auf die Frau meint. So steht der Begriff Holz vor
der Hütte für eine Frau mit einem großen Busen im Verhältnis zu ihrem übrigen Körper. Der Mann sucht sich
einfach Bilder, die für jedermann sofort verständlich beschreiben, was er meint. Auch wenn in diesem Fall
eine große Menge mit Schönheit gleichgesetzt wird, was selbstverständlich nicht für alle Männer und deren
Empfinden von Schönheit gilt.
Bei meinem Bild Das 500er Möhrchen handelt es sich um die visuelle Übersetzung des Begriffs Fahrgestell,
der in der Umgangssprache auf Frauen mit einem schönen Körper und besonders langen Beinen angewandt wird.
Nicht nur Männer, die gerne am Auto rumschrauben und für die das Auto genauso viel Schönheit wie eine
richtige Frau bietet, benutzen diesen Begriff.
Auf diesem Hintergrund findet der Betrachter auf meinem Bild auch ein Typenschild, wie bei einem Auto,
das in diesem Falle zur genaueren Identifikation - aus männlicher Sicht- der gemalten Schönheit dient.
In auffordernder Pose liegt die Frau, wie angerichtet, auf einem nicht näher beschriebenen Tisch oder
Bett und zieht gerade ihr Höschen nach unten. Für einen Mann die klare Botschaft der Bereitschaft zum
Sex. Die Frau in meinem Bild ist in Anlehnung an mein Bild Heißhunger in der Farbigkeit der Möhre, also
in Orange gemalt. Ergänzend dazu habe ich die Haare und die nicht mit dem Körper verbundenen Utensilien
in Grün gemalt, um so an das Grün des Krauts bei einer Karotte zu erinnern. Die Mechaniker-Utensilien
hat der, sich nicht im Bild befindliche Mann noch im Vordergrund liegen lassen, so als wolle er als
nächstes das Typenschild an seinem Möhrchen anbringen - als deutliches Zeichen seiner Besitznahme.
Natürlich ist mein gemalter Beitrag vor allem humoristisch einzuordnen. Aber: Die im Unterbewusstsein
vorhandene, männliche Denke und Betrachtungsweise ist immer erkennbar. Deshalb lächelt mein Möhrchen
auch, mehr oder weniger.
|
 |
Der erste Blick auf Metzenmachers 500er Möhrchen lässt einen mitunter ein wenig zurückschrecken: Das soll
die Perspektive des Mannes auf die Frau sein? Ja und Nein. Selbstverständlich betrachten nicht alle Männer
die Frauen aus diesem Blickwinkel, so aber doch viele. Attraktivität gepaart mit dem Wunsch ‚Das ist Meins!’
(Dafür steht die industrielle Besitzplakette oder Fahrgestellnummer) ist eine harte Realität des Lebens.
Die aber im Übrigen nicht ausschließlich beim Menschen liegt, sondern an vielen Stellen der Natur anzutreffen
ist. Das Gravierendere ist aber, dass sich mindestens so viele Frauen aus genau diesem Blickwinkel betrachten
und selbst definieren, ob es ihnen nun bewusst ist oder nicht. Aber da sind wir wieder bei Metzenmacher
Hauptthema, dem Unterbewusstsein. Genau dieses, und damit verbunden
die Eigendefinition vieler Frauen, führt zu folgendem Ergebnis: Geradezu ohne Not reduzieren sich viele
Frauen auf diesen optischen, funktionalistischen, ja nennen wir es ruhig in aller Härte sexistischen Aspekt.
Ohne Not bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zahlreiche Frauen zutiefst ehrlich und ganzheitlich gemeinte
Komplimente der männlichen Seite nicht einordnen und in der Tiefe verarbeiten können, obwohl sie vom
aussendenden Mann tatsächlich so gemeint sind. Wenn ein Mann wirklich liebt, dann verbindet er mit seinem
ausgesprochenen Kompliment der Liebe sowohl das Äußerliche als auch - und oftmals noch viel mehr! -
das Innere.
Es liegt wiederum in der Natur nicht nur des Menschen alleine, dass Äußerlichkeiten vergehen, dass eine
noch so attraktive Hülle auf Dauer an Spannkraft und Attraktivität verliert. Das gilt genauso für die
schönste Rose wie für die schönste Frau. Es wäre der Frau zu wünschen, ein fundamentales Kompliment der
Liebe seitens ihres Partners auch als ein solches zu verstehen. Eines mit Tiefgang, das weit über die
Oberflächlichkeit hinausgreift. Stattdessen reduzieren Frauen sich oftmals genau auf die Dimension, die
in dem Bild angeprangert wird. Wie auch in dem Song der Wingenfelders, indem es ironisch um "Körper-Tuning"
etc. geht. Leider können viele Frauen oft im wahrsten Sinne nicht raus aus ihrer Haut, und die Gesellschaft
vernachlässigt die inneren Werte.
In dem Lied "Ein Kompliment" von den Sportfreunden Stiller kommt genau dieser Gedanke zum tragen: "Ich
wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist!" Doch wird das hier besungene oder
ausgesprochene Kompliment im Selbstverständnis von vielen Frauen auf das Äußere beschränkt, anstatt
den Mann an dieser Stelle ernst zu nehmen.
|