Ralf Metzenmacher
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10. Heißhunger
Der Blick des Esels

Bildinformationen:
200cm x 75cm, Öl auf Leinwand

Aus der Retro-Art Musik Edition zu diesem Werk:
Ausschnitt "Wingenfelder & Wingenfelder - Wasted"
Heißhunger - Der Blick des Esels

Die Geschichte:

Bei meiner letzten Reise nach Südfrankreich lernte ich ein befreundetes Paar meines Gastgebers kennen. Sie hatten vor, in einem Monat zu heiraten. Aus meiner Sicht Grund genug, freudig erregt zu sein und besonders liebevoll miteinander umzugehen. Zwar war die Erregung bei beiden Partnern zu spüren, aber erstaunlicherweise nicht die Liebe zu einander. Ich schloss daraus, dass diese Erregung zustande kam, weil ein großes Fest vor der Tür stand, das es galt zu organisieren. In ihrem Umgang miteinander beobachtete ich, wie die Frau jeden Annäherungsversuch, oder jede nur kleine Zärtlichkeit rüde und strikt zurück wies. Mir tat der zukünftige Ehemann leid. Aber, je größer die Abweisung seiner Zukünftigen war, um so verliebter reagierte der Mann. Ich dachte sofort an einen Esel, dem man mit einer Rute eine Mohrrübe vor die Nase hält und der dann stets versucht, die Möhre nicht nur zu riechen und zu sehen, sondern auch zu fressen. Doch dazu kommt es wahrscheinlich nur an besonderen Tagen des Jahres. (Weihnachten und Hochzeitstag, wenn der nicht vergessen wird).

Als mein Gastgeber und ich dann abends alleine waren, haben wir uns über die, unabhängig von einander gemachten Beobachtungen, ausgetauscht. Wir stellten fest, dass wir beide dasselbe registriert hatten und waren einig, keiner Täuschung zu erliegen. Wir sprachen dann auch von unseren eigenen Erfahrungen zu diesem Thema.




Ich konnte mich sehr gut an eine Freundin erinnern. Ich war damals 18 Jahre alt. Ich liebte dieses Mädchen gluterfüllt. Wie gerne wäre ich mit ihr körperlich zusammen gewesen? Sie lief zwar immer leicht bekleidet durch mein Zimmer und jedes Mal konnte ich meine Erregung nur schwer verstecken. Zum Sex ist es aber fast nie gekommen. Sie wollte Körperlichkeit nur zulassen, wenn es darum ging, richtigen Nachwuchs zu zeugen. Nicht aber aus Spaß oder Liebe. Heute weiß ich, dass mich diese Frau nie geliebt hat, sondern nur egoistisch und zweckgebunden an sich selbst interessiert war. Den Unterschied erkennt man allerdings nur dann, wenn man die Person trifft, die wirklich liebt. Erst dann stellt man fest, dass dieser Mensch sich wirklich gibt, auch beim Sex.

Aus dieser Erkenntnis ist die Szenerie in meinem Bild auch in sehr tonalen, kühlen Farben gemalt. Nur die Möhre ist in leuchtendem Orange gehalten. Die Symbole für die Weiblichkeit sind ebenfalls in metallisch wirkenden Grautönen gehalten und zeigen die Weibliche Muschel als wehrhafter Morgenstern und die Melonen der Prinzessin in einer blechernen Rüstung. Der Betrachter selbst nimmt den Blick des Esels ein, dem immer die Möhre vor den Augen schwebt.
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