8. Punching Boss
Kein Schutz möglich
Bildinformationen: 75cm x 200cm, Öl auf Leinwand
Die Geschichte:
Kann man sich vor Brutalität schützen? Der hängende Boxsack ist dem Betrachter und einem
virtuellen Boxer schonungslos ausgeliefert. Man kann ihn schlagen, treten, schubsen und beliebig
ramponieren. Doch mein Boxsack ist so konstruiert, dass er nahezu all diese Dinge aushält und
zum eigenen Schutz sogar zusätzlich noch eine Luftpolsterfolie um die 'Hüften' trägt. Die
Farbigkeit des Bildes ist kühl. Nur die scheinbar schützende Luftfolienummantelung ist in einem
wärmeren Gelb gemalt. So fokussiert sich der Blick des Betrachters genau auf diesen Punkt und
leitet den virtuellen Schläger gleichzeitig auf diese Stelle. Das Bild hält genau den Moment
fest, an dem sich der Boxsack gerade beginnt zu verändern, denn durch die intensive Bearbeitung
hat er schon eine konkave Delle und fängt an auszulaufen.
Die Botschaft dieses Bildes: Gegen äußere Einwirkungen kann man sich nur selten wirklich schützen.
Es zeigt ein modernes Symbol unserer Arbeits- und Berufswelt. Denn dort ist man oft auf Gedeih und
Verderb seinem Vorgesetzten und dessen mögliche ,Brutalität' ausgeliefert. Viel schlauer wäre es
natürlich, wenn der Boxsack oder der Mitarbeiter flexibel und beweglich wäre, um damit Treffern
auszuweichen. Die Kette hält den Boxsack jedoch nur in der Schwebe und trägt nicht dazu bei, ihn
aktiv zu bewegen und ist eine Fehlkonstruktion. Denn sie verspricht Sicherheit, die es auch im
richtigen Leben nicht gibt.
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