Ralf Metzenmacher
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7. Piratenfreunde
Die Blumen der Gewalt

Bildinformationen:
75cm x 200cm, Öl auf Leinwand

Die Geschichte:
Brutalität - In England z.B. endet jeder gute Samstagabend im Pub immer mit einer Schlägerei aller Beteiligten. Nach meist wüsten Raufereien, versöhnen sich die Kontrahenten aber anschließend wieder, natürlich bei einem gemeinsamen Bier. Diese Art der Gewaltzeremonie habe ich öfters selbst bei Besuchen auf der Insel erlebt. Jedes Mal war ich froh, nicht selber in eine solche Hauerei hinein geraten zu sein. Um den Versuch zu machen, dieses Verhalten auch nur annähernd zu verstehen, habe ich mich deshalb in einem Bamberger Boxclub angemeldet. Ich wollte mir persönlich ein Bild über die Motivationen der Menschen und die Umstände machen, die sich körperlich sehr hart gegenseitig auseinandersetzen. Auch wollte ich einmal richtige Stallluft einatmen, um mich gedanklich auf meine bildliche Darstellung des Themas vorzubereiten. Meine Erfahrungen waren in jeder Hinsicht sehr interessant und vielschichtig. Sie erinnerten mich auch an meine Kindheit, als mich meine Mutter um 4:00 Uhr morgens weckte, damit ich Mohammed Ali gegen Joe Frazier boxen sehen konnte. Ich war damals stets aufgeregt und fieberte wie wild mit meinem Idol Ali.

In Bamberg nun fand ich einen sehr alten, herunter gekommenen Boxclub vor. Die Halle ist wohl seit den 50er Jahren nicht mehr renoviert worden. Alles roch nach Schweiss und war stark abgenutzt. Der Betonboden war nur mit einer hauchdünnen, rutschigen PVC-Schicht überzogen. Die Boxer waren alle unterschiedlich alt. Das Spektrum ging von 10 bis 70 Jahren. Vom wilden Schläger mit Killerinstinkt bis zum talentierten, russischen Nachwuchsmeister war die ganze Bandbreite vertreten. Alle verband aber letztlich dieses: Sie hatten vor allem Lust an der intensiven sportlich körperlichen Betätigung mit dem Ziel der Erreichung von Männlichkeit. Im Kern waren die meisten, weiche, sensible Jungens die gerne Männer werden wollten. Der Boxsport, so dachten sie wohl, könnte ihnen dabei helfen.

Mein Bild ist nun das krasse Gegenteil der eben beschriebenen Umstände und Charakter. Es ist leuchtend, sauber und klar. Nur bei näherer Betrachtung erkennt man die Piratenköpfe im Inneren der Blüten. Diese sind der Form und Farbe gezielt an die Retro-Pril Blume angelehnt. Ich versuche so das Paradoxum zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein heraus zu heben und symbolisch abzubilden.



Denn nach jedem Training gingen die Boxer stets mit einem Lächeln und den besten Wünschen auseinander, obwohl sie sich vorher im Sparring so fest wie möglich eins auf das 'Maul' gehauen hatten, wie die eingangs beschriebenen Pubbesucher es ebenfalls letztlich nicht anders taten. Sie konnten also sehr wohl zwischen Gut und Böse unterscheiden und übertrugen nicht den Wunsch nach Macht und Beherrschung anderer auf ihren Kontrahenten. Sie waren schlussendlich durchaus respektvoll, auch mit dem Verlierer. Das hat mir sehr imponiert und steht im krassen Widerspruch zur allgemein gültigen Wahrnehmung dieses Sports und der Beteiligten. Deshalb: Piratenfreunde!
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